
07.01.12, Berlin, Schloss Bellevue
Mehrere hundert Menschen folgten dem Aufruf der Creative Lobby of Future und zeigten bei nasskaltem Wetter dem derzeitigen Bundespräsidenten Christian Wulff den Schuh und forderten ihn damit auf, als Bundespräsident zurückzutreten und so dem Amt keinen weiteren Schaden zuzufügen. 
Die Veranstaltungsform wurde im Internet auf sozialen Internetforen geboren. Martin Heidingsfelder, der Gründer von VroniPlag Wiki, hatte diese Idee. Mehrmals hatte er Aufrufe gestartet um diese Art des Unmuts zu organisieren. Als Creative Lobby of Future Anfang Januar von der Idee erfuhr, meldete sie nach Rücksprache die Demonstration kurzerhand vor dem Bundespräsidialamt an und mobilisierte Menschen. 
Das Schuh zeigen kommt aus dem arabischen Raum und hat eine jahrtausende lange Tradition. Es ist die höchste Form der Missachtung, Spott, Hohn oder des Zorns Zeigens, wenn man jemanden den Schuh zeigt. In Deutschland ist dies das erste Mal im Jahre 2011 anlässlich der Plagiatsaffäre von Herrn zu Guttenberg durchgeführt worden. Jetzt hat CLoF diese Veranstaltung vor das Bundespräsidalamt getragen.
Hunderte Menschen haben CLoF bei dieser Aktion unterstützt. „Wir danken allen demokratisch gesinnten Teilnehmenden, die uns bei dieser Form der Kundgebung friedlich unterstützt haben. Jetzt geht es weiter: Wir fordern alle Menschen auf, einen Schuh an das Bundespräsidialamt, c/o Herrn Bundespräsidenten Christian Wulff, Spreeweg 1, 10557 Berlin zu schicken. Fügt einen kurzen Brief mit der Rücktrittsforderung an Herrn Wullf hinzu“, so der Vorsitzende von Creative Lobby of Future, Holger Werner.
Creative Lobby of Future wird weitere Aktionen starten, bis Herr Wulff ein einsehen hat und das Amt des Bundespräsidenten nicht weiter beschädigt. Wulffs Aussagen, er wolle die Affäre aussitzen, in einem Jahr hätte jeder das vergessen, spornt CLoF an, weitere kreative Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. „Wenn Herr Wulff im Februar noch immer kein einsehen hat und an seinem Stuhle klebt, werden wir eine weitere Aktion vor dem Bundespräsidialamt starten. Einige kreative Ideen haben wir bereits, aber jede/r ist eingeladen uns weitere Ideen zukommen zu lassen“, so der Vorsitzende Holger Werner weiter.
Creative Lobby of Future fordert alle gleichgesinnten Bürgerinnen und Bürger auf, Herrn Wulff einen Schuh ins Bundespräsidialamt gegen das Vergessen zu schicken.
Text: Jürgen Jänen Bilder: Peter Witt

|