Prideweek Berlin


18.06.2012, Berlin, Stadtweit

Alle Jahre wieder zeigt Berlin sich von seiner homofreundlichen Seite. In der prideweek, das sind die Wochen im Juni bis zum CSD am vierten Wochenende im Juni, werden in Berlin an den Rathäusern die Regenbogenfahnen gehisst. Die Regenbogenfahne ist das Symbol für Toleranz und Akzeptanz aus der LGBTI Community.



Wie jedes Jahr macht der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit den Aufschlag. Am ersten Freitag im Juni, also vor den respect games, flaggt er normaler Weise vor dem Roten Rathaus die Regenbogenfahne. Da dort aber zur Zeit die BVG Bauarbeiten für die U-Bahnlinie 5 durchführt, wird die Flagge am Nollendorfplatz stellvertretend gehisst. So war auch die Vorstandsvorsitzende Sigried Nikutta und der Geschäfstführer des LSVD, des schwulen und Lebsenberbandes Berlin Brandenburg, Jörg Steinert mit dem Regierenden Bürgermeister KLaus Wowereit am Nollendorfplatz, um die Regenbogenflagge zu hissen.


Ihm folgen die Berliner Bezirksbürgermeister und andere Organisation. Die Gewerkschaft Ver.di hat ihm Rahmen ihres alljährlichen Hoffestes die Regenbogenflagge gehisst. Rolf Wiegand und Susanne Stumpenhusen haben hier selber Hand angelegt. Ver.di hat übrigens die älteste politische Organisation die sich für die Belange von Schwulen, Lesben, Transgendern, Bi- und Intersexuellen Menschen einsetzt. Der DGB in Berlin hat ohne großes TamTam die Flagge gehisst.







DGB, Wiegand und Stumpenhusen beim Flaggen, Verdi Haus

An allen Berliner Rathäusern wird zum CSD die Flaggen gehisst werden. Einige Bezirke setzen dieses Zeichen für Toleranz und Akzeptanz aber schon bis zu einer Woche eher. So die Bezirke Tempelhof Schöneberg, Treptow Köpenick, Spandau und Charlottenburg Wilmersdorf. In Treptow Köpenick und in Schöneberg werden die Regenbogenfahnen an nicht amtlichen Fahnmasten angebracht. So umgehen diese Bezirke die Anordnung des neuen CDU Innenstaatssekretär Krömer, der sich auf eine Flaggenvorschrift in Berlin beruft und sich auf den Standpunkt stellt, die Regenbogenfahne dürfe nur am 23. Juni, also am eigentlichen Tag des Christopher Streetdays, an den amtlichen Fahnenmasten gehisst werden.









Bzm Schöttler( TS),"HAuptmann von Köpenick, BZM Kleebank (Sp), Fahne vor Rathaus Spandau und BZM Naumann mit LSVD Vertreter Steinert

Die Bürgermeister in Spandau und Charlottenburg Wilmersdorf setzen sich dagegen zu Wehr: Sie haben am Samstag bzw. am heutigen Montag morgen die Regenbogenflaggen an den amtliche Fahnenmästen gehisst. Helmut Kleebank (Spandau) und Reinhard Naumann (Charlottenburg-Wilmersdorf) werden sich im Rat der Bürgermeister dafür einsetzen, dass die Regenbogenfahnenhissung in den landesweiten „Beflaggungsplan“ aufgenommen wird. So bräuchte man keine BVV Beschlüsse und keinen Grund zu suchen, warum ein Bezirk diese Flagge hissen möchte. „Der CSD und das Zeichen für Respekt und Toleranz ist ein Berlinweites anliegen, deshalb wollen wir dies nun endgültig einheitlich klären und nicht mehr zum Spielball von Ewiggestrigen verkommen lassen. Die Regenbogenflagge im Juni gehört genauso zu Berlin wie ISTAF, Karneval der Kulturen oder andere Großereignisse“, so die beiden Bezirksbürgermeister Kleebank und Naumann.

Text und Bilder: Jürgen Jänen




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