Wissen schafft Akzeptanz



Logo des CSD 2012 in Berlin

20.06.2012, Berlin, Brandenburger Tor

Zum 34. Mal wird am Wochenende der Berliner Christopher Street sich durch die Straßenschluchten der Hauptstadt winden. Der diesjährige CSD wird in Berlin internationaler, politischer und durch die Nutzung der Fussballfanmeile größer. Inhaltlich deckt der CSD innenpolitische wie außenpolitische Themengebiete ab. Als große Gewinn kann man die Teilnahme der Botschaften der Niederlande, Großbritannien und der Vereinigten Staaten von Amerika verbuchen. Trotz vieler unnötiger Reibereien mit dem Bezirksamt Mitte findet der CSD Berlin pünktlich am 23.06. statt.




Teilnehmer der CSD Presse- konferenz am Brandenburger Tor

Das Thema „Wissen schafft Akzeptanz“ bezieht sich auf den Wissenschaftler Alan Turing. Obwohl er mit der Entschlüsselung der berühmt berüchtigten „Enigma“ zur Beendung des 2. Weltkrieges beitrug, wurde ihm seine Homosexualität zum Verhängnis. Denn in England galt Homosexualität zu seiner Zeit noch als „Krankheit“. Der Berliner CSD e.V. hat fünf politische Forderungen für den CSD 2012 erarbeitet: Queeres Wissen und Bildung schaffen Akzeptanz und räumen mit Vorurteilen auf, Allgemeine und sexuelle Menschenrechte gelten für alle und müssen konsequent umgesetzt werden, Trans- und Intersexuellen muss volle Entfaltung Ihrer Identität ermöglicht werden, Regenbogenfamilien müssen rechtlich gleichgestellt und abgesichert werden sowie Sexuell übertragbare Krankheiten dürfen keine soziale Isolierung nach sich ziehen.

International nimmt der CSD Berlin eindeutig Stellung zu den homophoben Gesetzen in Russland und St. Petersburg. Viele russische Vereine wurden eingeladen und werden im Demonstrationszug mitgehen. Zusätzlich wird der CSD Berlin um ca. 15:30 Uhr einen flashmob vor der russischen Botschaft unter dem Motto „Checkpoint Vladimir“ organisieren. Genauere Details werden nicht verraten, Interessierte sollen sich dort einfinden und mitmachen.




Bühne der Fanmeile, die zum CSD genutzt wird

Zum 6. Mal wird der Comedian Thomas Schrode den Berliner CSD auf der Hauptbühne moderieren. Ein buntes Programm aus Kultur aber auch vielen politischen Statements gibt es im Anschluss an den Demonstrationszug an der Hauptbühne. Türiyemspor Berlin wird eine Sportecke mit Tischfussball, Torwandschiessen und anderen sportlichen Events angeboten werden.

Auf Nebenbühnen wird es eine Discoecke oder eine Schminkstraße geben, wo die Teilnehmenden sich mit Regenbogenfarben bemalen können.
Viele Unstimmigkeiten gab es in diesem Jahr mit dem Bezirksamt Mitte. Trotzdem versprach der Geschäftsführer des CSD Vereins, Robert Kastl, werde der CSD pünktlich stattfinden. Im Nachhinein wird sich der CSD mit dem Bezirk Mitte rechtlich auseinanderzusetzen haben.

62 Organisationen beteiligen sich an dem diesjährigen CSD. Fast 40 Showtrucks, Busse un LKWs nehmen an der Demonstration teil. Erstmals stellen die Botschaften der Niederlande, Großbritannien und der USA eigene Trucks und nehmen so am CSD teil. Man darf gespannt sein, was der diesjährige CSD alles zu bieten hat. Zum Abschluss teilte der Geschäftsführer des CSD mit: „ Jede/r kann sich mit einer Fußgruppe beteiligen, da brauch es keiner Anmeldung“. Dann kann man den Teilnehmenden und den Zuschauenden nur wünschen: Gutes Wetter und eine gute pride, Samstag, 23.06.12 ab 12 Uhr geht’s los: GitschinerStr. Ecke Prinzenstr.


Text und Bilder: Jürgen Jänen




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