Das war der CSD Berlin 2012


23.06.2012, Berlin, Brandenburger Tor

Mehr als 700.000 Menschen besuchten den Berliner CSD und die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. Bei Sonnenschein wurde unter dem Motto“ Wissen schafft Akzeptanz“ für die Belange von Schwulen, Lesben, bi-, Trans- und Intersexuellen Menschen demonstriert. Zusätzlich bekam der diesjährige CSD einen internationalen Touch. Die Botschaften der USA, aus Großbritannien und den Niederlanden nahmen mit eigenen Wagen an der Demonstration teil. Außerdem widmete sich der CSD selber mit einem Flashmob den menschenrechtsverachtenden Gesetzen in Russland.

Der politischste CSD seit Jahren in Berlin. Viele Demonstrationsteilnehmende haben sich zu dem Thema des diesjährigen CSD viel einfallen lassen. „Wissen schafft Akzeptanz“ wurde von allen Fußgruppen und CSD Trucks hervorragend umgesetzt. Die britische Botschaft setzte ganz auf den Wissenschaftler Alan Touring, der den hundertsten Geburtstag erlebt hätte. Touring hatte im 2. Weltkrieg die Enigma entschlüsselt und so zu einem schnelleren Ende dieses Krieges erheblich beigetragen.






Eine kleine Auswahl der politischen Botschaften


An der russischen Botschaft hatten die Organisationen einen symbolischen „Checkpoint vladimir“ errichtet. In Anlehnung an den ehemaligen „Checkpoint Charlie“ wurde auf die menschenverachtenden homophoben Gesetze in Russland aufmerksam gemacht. Jede teilnehmende Gruppe wurde zu dem mit einer Konfetikanone beschossen.







Flashmob Aktion an der russischen Botschaft, kurz Checkpoint Vladimir



Bei der abschließenden Kundgebung eröffnete der regierende Bürgermeister von Berlin unter dem Jubel der hunderttausender BesucherInnen den 34. CSD. In seiner unnachahmlichen charmanten Art und Weise brachte er es mal wieder auf den Punkt: „Berlin kann nicht nur Fussballfanmeile, wir können auch CSD“. Hintergrund war, dass bei den Fanmeilen anlässlich der Europameisterschaft hunderttausende auf dem 17. Juni feierten und dieses Areal auch zum CSD von den BesucherInnen gestürmt wurde.

Den diesjährigen Zivilcouragepreis erhielten zum einen Claudia Schoppmann und Günther Grau sowie der Friedrichstadtpalast und Bernd SChmidt für ihren Einsatz für die LGBTI Community.

 




Teilnehmer aus Dresden

Den Veranstaltern des Berliner CSD ist es gelungen, politische Forderungen und Spass unter einen Hut zu bekommen. Auch die erheblichen Mehrkosten und die vielen Schwierigkeiten, die das Bezirksamt Mitte scheinbar nutzen wollte um den CSD zu verhindern, konnten den Erfolg dieser Veranstaltung nicht beeinträchtigen.


Text und Bilder: Jürgen Jänen




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