Straßentheater für menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei H&M Zulieferern |

17.07.2012, Berlin, Wilmersdorfer Arkaden
Eine besondere Art des Protestes haben die Ver.di Jugend Berlin Brandenburg und die Kampagne für saubere Kleidung vor dem H&M in den Wilmersdorfer Arkaden durchgeführt. Mit einem Straßentheater machten sie darauf aufmerksam, dass die Bekleidung die H&M in ihren Läden verkauft, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Ziel dieses Straßentheaters war es, den Menschen in Berlin zu zeigen, dass H&M ihre Bekleidung in Bangladesch ohne Brandschutz und Arbeitsrechte produzieren lässt. 
„Die Kleidung ist gut, doch an ihr klebt Blut“, war der Spruch des Theaterensembles von der Kampagne für saubere Kleidung und der ver.di Jugend. Mit AktivistInnen aus Deutschland und den USA führten sie ihr improvisiertes Kunstwerk auch bei strömenden Regen auf. In Bangladesch, einem der wichtigsten Textil- und Bekleidungsproduzenten weltweit, sterben jedes Jahr viele Arbeiter/innen bei Fabrikbränden. Allein im Jahr 2010 starben bei Zulieferern der H&M-Kette 49 Arbeiter/innen bei Bränden. Neben Hungerlöhnen, Zwangsüberstunden und Diskriminierung symbolisieren die Brände die desolaten Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in den Produktionsländern.
Nach massivem Druck in den USA auf die ebenfalls in Bangladesch produzierenden Unternehmen Tommy Hilfiger und Calvin Klein unterzeichnete deren Mutterkonzern PVH im März 2012 ein Brandschutzabkommen mit Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen aus Bangladesch sowie unterstützenden Organisationen aus Europa und den USA. Dieses Abkommen ist bahnbrechend, weil es ein rechtlich bindender Vertrag mit Brandschutzsicherung, unabhängigen Fabrikkontrollen, Beschwerdemechanismen und vielen weiteren Maßnahmen ist. 
H&M hat das Abkommen bereits mit Verweis auf eine eigene – sehr viel schwächere – Initiative abgelehnt. Auch Beschäftigte des deutschen Einzelhandels und der genannten Unternehmen haben bereits über 400 Unterschriften gesammelt. Aber ohne öffentlichen Druck bewegen sich die Unternehmen meistens nicht. Deshalb war es eine wichtige Aktion, der weitere folgen sollten.
Text und Bilder: Jürgen Jänen

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